SkulpTour München

Ben Muthofer (*1937 Oppeln/Oberschlesien, lebt und arbeitet
in Ingolstadt): Stele diagonal (1986)

Aluminium, Lack, 10 x 1 x 1 m. Offener Wettbewerb des Staatlichen Bauamtes München. Standort: Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen, Winzererstraße.

Die klare und ganzheitliche Gestalt jeder einzelnen Arbeit Muthofers zieht den Betrachter in Bann - «einer höheren, absoluteren Ordnung, die Ruhe, Beharren und Identität evoziert. Hier deutet sich eine Affinität an zu ritualen Bildwerken, zu Totems, Idolen, Masken (...)» [Ingrid Ostheeren 1990]. Zwei Elemente sind für diesen Eindruck konstitutiv: die Symmetrie (hier eine Rotationssymmetrie zur Hochachse) und die Diagonale. Als Raumdiagonale fordert sie den Betrachter zum Umschreiten der Skulptur auf. Immer betont sie die Schlankheit der sich aufreckenden Stelen und verbindet oben und unten, linke und rechts. Und immer auch verstört die Diagonale den Blick, wenn etwa eine Volumenkante oben ausläuft in den schnöden Rand einer Flächenbahn unten: wo bloß ist das Volumen, das sich oben noch andeutete, geblieben?

[Foto: mit freundlicher Erlaubnis © 10/2009 Heinz Theuerkauf. Alle Rechte vorbehalten]